Mario Barisi – Nowhere Lands

Wie schön traurig ist das denn? Bei Recherchen für ein Moodboard bin ich im Internet auf das Bild “Lost Highway” von Mario Barisi gestoßen. Mit seiner großzügigen Leere stach es aus der Bilderflut in ungwohnter Bescheidheit hervor und hat mich für ein paar Augenblicke aus grauem Alltag in eine viel berührendere graue Welt entführt.  Ich glaube, was mich daran bewegt, ist die possitive Melancholie, die das Bild ausstrahlt – gerne würde ich in die Szenerie treten und mich umdrehen und das Nichts genießen. Doch leider findet sich im Netz auf die Schnelle  keine weitere Information zu Mario Barisi oder seinem Zyklus “Nowhere Land” – nicht mal eine größere Darstellung zum etwas tiefer eintauchen.

Aus der selben Serie: “Nowhere Land3″

Gefunden bei http://seen.by.spiegel.de

Miklos Gaal – Die Welt in Miniatur

Noch bis zum 25.04.2010 hängen zwei Bilder von Miklos Gaal in der kleinen ´Gallery Taik` in der Bergstraße 22 in Mitte.  Er arbeitet mit einer Shift&Tilt Linse. Neben der interessanten Unschärfe die diese erzeugt, verzerrt sie auch -richtig angewendet- alles zur Miniatur. Das ist visuell sehr aufregend. In seinem Bildband gibt es ein Foto von einer Militärparade, das ich leider nicht im Netz finde. Das war das erste mal dass ich den entmenschlichten planspielartigen Umgang mit Soldaten in einem Foto gesehen hab. Ansonsten verniedlicht der Effekt ja eher.

Das Bild ist auch dort zu sehen.

mehr unter:     www.miklosgaal.com

Roger Ballen

Sehr skurrile Fotografien zwischen Realität und Fiktion teilweise sehr gut komponiert. Roger Ballen kommt ursprünglich aus dem dokumentarischen Fotojournalismus à la Magnum und hat in den 90er Jahren seine ganz eigene Sprache der Bilder entwickelt.

Frage des Formats – Gerda Taros Kriegsfotos

Im Kunstmuseum Stuttgart ist noch bis zum 16.Mai 2010 die Ausstellung “Krieg im Fokus” mit Bildern aus dem Spanischen Bürgerkrieg von Gerda Taro zu sehen. Wer die Bilder Capas kennt, wird hier wenig Neues finden. (Taro war Capas Lebensgefährtin und fotografierte mit ihm an der Front.)

Etwas fand ich verblüffend deutlich an den Bildern. Die chronologische Hängung hat  deutlich gezeigt wie das Aufnahmeformat nicht nur die Bildgestaltung sondern auch den Inhalt der Fotografien verändert hat. Ihre anfänglichen Bilder waren noch zeitaufwendig im Mittelformat mit einer zweiäugigen Rolleiflex fotografiert und wirken dementsprechend statischer, komponierter, offensichtlich inszenierter. Später fotografierte sie mit einer leichten Kleinbild Leica, so waren kürzere Verschlusszeiten und mehr Spontanität möglich. Diese Bilder wirken viel näher, drastischer, unverstellter.

Eins der mit einer Rolleiflex augenommen Bilder. Interessant ist auch dass die Kamera wahrscheinlich einen ziemlich großen Mindestabstand vorgab, so dass man einfach auch nicht näher ran kam.

ddd

Die kleine Leica machte vollkommen andere Bilder möglich.

Sylvia Plachy

Unter dem Titel “Waiting” war bis letzte Woche eine Ausstellung im Willy Brandt Haus in Berlin.
Sylvia Plachys Bilder scheinen immer neben, hinter dem Offensichtlichen zu spielen. Ihr Blick ist verträumt poetisch und trotzdem nicht abgewandt von der Welt.

Besonders eindrucksvoll fand ich folgende zwei Bilder:

Erinnert an kalligrafische Zeichen die nicht entschlüsselbar sind. Auch das Format gleicht einer alten Schriftrolle.

“Thumb Sucker” – Daumenlutscher, wie ein Erinnerungsbild aus meiner Kindheit. Bin ich auch mal diesen Weg entlang gegangen? Nein, ich bin in einer anderen Landschaft aufgewachsen.
Mehr unter: www.sylviaplachy.com

Daniel Gebhart de Koekkoek

zwei zu eins – der Blog ist eröffnet – gefunden bei Daniel Gebhart de Koekkoek.