Frage des Formats – Gerda Taros Kriegsfotos

Im Kunstmuseum Stuttgart ist noch bis zum 16.Mai 2010 die Ausstellung “Krieg im Fokus” mit Bildern aus dem Spanischen Bürgerkrieg von Gerda Taro zu sehen. Wer die Bilder Capas kennt, wird hier wenig Neues finden. (Taro war Capas Lebensgefährtin und fotografierte mit ihm an der Front.)

Etwas fand ich verblüffend deutlich an den Bildern. Die chronologische Hängung hat  deutlich gezeigt wie das Aufnahmeformat nicht nur die Bildgestaltung sondern auch den Inhalt der Fotografien verändert hat. Ihre anfänglichen Bilder waren noch zeitaufwendig im Mittelformat mit einer zweiäugigen Rolleiflex fotografiert und wirken dementsprechend statischer, komponierter, offensichtlich inszenierter. Später fotografierte sie mit einer leichten Kleinbild Leica, so waren kürzere Verschlusszeiten und mehr Spontanität möglich. Diese Bilder wirken viel näher, drastischer, unverstellter.

Eins der mit einer Rolleiflex augenommen Bilder. Interessant ist auch dass die Kamera wahrscheinlich einen ziemlich großen Mindestabstand vorgab, so dass man einfach auch nicht näher ran kam.

ddd

Die kleine Leica machte vollkommen andere Bilder möglich.